Ausbildung in der Altenpflege

Altenpflege – eine zukunftssichere Branche

Die Altenpflege ist heute eine der wichtigsten Dienstleistungsbranchen. In einer Gesellschaft des langen Lebens nimmt auch die Zahl der pflegebedürftigen älteren Menschen zu. Viele von ihnen werden, ob sie zu Hause, in einer Wohngemeinschaft oder in einem Pflegeheim leben, auf Betreuung und professionelle Pflege angewiesen sein. Dies bedeutet, dass mehr qualifizierte Fachkräfte in der Altenpflege gebraucht werden. Vor allem junge Männer und Frauen sind in diesem Beruf gefragt. Denn dieser Beruf hat Zukunft!

Perspektiven und Karriere

Die Sicherung der Pflege von älteren Menschen ist eines der Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Der Fachkräftebedarf wird in den nächsten Jahren ansteigen. Qualifiziert ausgebildete Altenpflegerinnen und Altenpfleger leisten einen wichtigen Beitrag zu einem guten gesellschaftlichen Miteinander, in dem alle ihren Platz finden und eine lebenswerte Zukunft haben. Altenpflege ist so vielfältig wie das Leben selbst und ein Berufsfeld voller Dynamik.

Altenpflege ist ein Beruf mitten im Leben und nah am Menschen. Altenpflegerinnen und Altenpfleger brauchen ein Gespür für die individuellen und sozialen Bedürfnisse älterer Menschen. Interesse an medizinischen und pflegewissenschaftlichen Fragestellungen sind ebenso notwendig wie die Fähigkeit, im Team zu arbeiten oder sich auf Beziehungsarbeit einzulassen.

Die Ausbildung bereitet auf vielfältige Aufgaben im späteren Beruf vor. Die Altenpflegeausbildung ermöglicht vielfältige Einsatzfelder im Bereich der häuslichen Krankenpflege, der Tagespflege oder in Pflegeheimen.

Tolle Karrieremöglichkeiten – steig auf zur:

  • Wohnbereichsleitung
  • Heimleitung einer Pflegeeinrichtung
  • Lehrkraft in einer Schule
  • Praxisanleiter/in
  • Pflegeberater/in
  • Pflegedienstleitung in ambulanten oder stationären Bereichen

Das sind mögliche Arbeitsbereiche für Altenpfleger/innen:

  • Ambulante Betreuungs- und Pflegeangebote wie Betreutes Wohnen / ambulant betreute Wohngemeinschaften, Service-Wohnen
  • Ambulante Pflegedienste, Hospizdienste
  • Teilstationäre Betreuungs- und Pflegeangebote wie Tagespflege, Nachtcafe und Nachtpflege oder
    Kurzzeitpflege
  • Stationäre Betreuungs- und Pflegeangebote wie Alten- und Pflegeheime

Wer ist für den Altenpflegeberuf geeignet?

Die wichtigsten Eigenschaften die du mitbringen musst, sind die Freude an der Arbeit mit Menschen und der Umgang mit älteren Menschen. Dazu gehören auch großes Einfühlungsvermögen und Verantwortungsbewusstsein.

Du solltest außerdem Freude am selbstständigen Arbeiten haben. Teamfähigkeit sowie Interesse an pflegerischen und medizinischen Aufgaben würden dich zum/r perfekten Kandidaten/in machen. Bei bestehenden Abschlüssen ist in einigen Bundesländern eine Lehrzeitverkürzung möglich.

Welchen Bildungsabschluss benötigst du?

Zugang zu der neuen generalisierten Pflegeausbildung haben alle, die einen mittleren Schulabschluss oder eine andere erfolgreich abgeschlossene zehnjährige Schulbildung vorweisen können. Zudem steht die Ausbildung denjenigen offen, die einen Hauptschulabschluss absolviert und eine mindestens zweijährige Berufsausbildung oder eine mindestens einjährige Assistenz- oder Helferausbildung gemacht haben.

Tätigkeiten im Beruf: Pflege ist eine konzeptionelle und abwechslungsreiche Arbeit, die viel Kontakt mit den Menschen bietet.

  • Planung und Durchführung der Pflegemaßnahmen
  • Direkte Pflege- und Betreuungstätigkeiten
  • Erstellen und Durchführen von Tagesgestaltungsangeboten
  • Zusammenarbeit mit anderen Berufen, z. B. aus der Medizin und der Physiotherapie
  • Beratung von Angehörigen
  • Häusliche Krankenpflege wie z.B. Verabreichen von Medikamenten oder Injektionen

Auszubildende in ihrem Berufsalltag

Beim Essen helfen: Gerade wurde das warme Mittagessen für Herrn und Frau Bleicher angeliefert. Cagnur Özkan von "Intermed Kranken- und Altenpflege" in Wangen im Allgäu hilft Herrn Bleicher an den Tisch und schneidet das Essen klein.

Blutdruck messen: Der Anleiter Jan Schlageter erläutert dem Auszubildenden Stephan Schneider gerade, wie konkret eine Blutdruckmessung bei dem Bewohner Dietmar Duschek abläuft.
Medikamente vorbereiten: Sina Blecic hat gerade ihr 3. Lehrjahr als Auszubildende bei "Santivo mobile Pflege GmbH" beendet. Hier bereitet sie die Medikamente für die Patienten des Pflegedienstes vor.
Medikamente vorbereiten: Cagnur Özkan absolviert ihre Ausbildung zur Altenpflegerin bei "Intermed Kranken- und Altenpflege" in Wangen im Allgäu. Hier stellt Sie gerade Herrn Bleicher seine täglichen Medikamente in eine Tagesdosette.

Die Generalistische Pflegeausbildung

Zum 1. Januar 2020 werden die aktuellen Ausbildungen zum Altenpfleger, zum Gesundheits- und Krankenpfleger sowie zum Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger zu einer neuen generalistischen Ausbildung zusammengelegt. Wer bis dahin eine dieser Ausbildungen begonnen hat, kann sie regulär beenden. Alle, die ab Januar 2020 eine Ausbildung in der Pflege beginnen, machen dies nach dem neuen System. Die gesetzliche Grundlage ist das Pflegeberufegesetz.

Zugang zu der neuen generalisierten Pflegeausbildung haben alle, die einen mittleren Schulabschluss oder eine andere erfolgreich abgeschlossene zehnjährige Schulbildung vorweisen können. Zudem steht die Ausbildung denjenigen offen, die einen Hauptschulabschluss absolviert und eine mindestens zweijährige Berufsausbildung oder eine mindestens einjährige Assistenz- oder Helferausbildung gemacht haben.

Der neue Abschluss wird in der Regel nach drei Jahren erworben. Wird die Ausbildung in Teilzeit absolviert, so verlängert sich die Ausbildungsdauer entsprechend, maximal aber auf fünf Jahre. Es besteht die Möglichkeit, einen spezialisierten Abschluss als Altenpfleger oder als Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger zu machen, wenn man sich bei Ausbildungsbeginn dafür entscheidet. Ansonsten ist der Abschluss Pflegefachfrau/ Pflegefachmann.

Während der Ausbildung finden 2.100 Stunden theoretischer und praktischer Unterricht an einer Pflegeschule statt. Die praktische Ausbildung umfasst insgesamt mindestens 2.500 Stunden, davon mindestens 1.300 Stunden im Ausbildungsbetrieb. Daneben finden weitere Praxiseinsätze in anderen Versorgungsbereichen statt.

In den ersten beiden Ausbildungsdritteln erfolgt eine generalistische Ausbildung nach einem einheitlichen Lehrplan, unabhängig davon, wer Träger der praktischen Ausbildung ist und ob eine Spezialisierung oder ein generalistischer Abschluss gewählt wurde. In diesem Zeitraum finden ein Orientierungseinsatz beim Ausbildungsbetrieb sowie Pflichteinsätze in den Bereichen Krankenhaus, Pflegeheim, ambulante Pflege und pädiatrische Versorgung (Kinderkrankenpflege) statt. Insgesamt umfassen die praktischen Einsätze in den ersten beiden Ausbildungsdritteln 1.720 Stunden.

Am Ende des zweiten Drittels findet eine Zwischenprüfung statt, deren Ergebnis allerdings keine Auswirkungen auf die weitere Ausbildung hat.

Die Gestaltung des letzten Ausbildungsdrittels ist davon abhängig, ob die Spezialisierung als Altenpfleger bzw. als Gesundheits- und Krankenpfleger oder die Weiterführung der generalistischen Ausbildung gewählt wurde. In jedem Fall finden unter anderem ein 500-stündiger Vertiefungseisatz im Ausbildungsbetrieb und Pflichteinsatz im Umfang von 120 Stunden im Bereich der psychiatrischen Versorgung statt.

Während früher in manchen Bundesländern für die Pflegeausbildung noch Schulgeld gezahlt werden musste, ist ab 2020 für alle Auszubildenden die berufliche Pflegeausbildung kostenlos. Es wird ein attraktives Ausbildungsgehalt gezahlt.

 

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Die Stiftung Warentest hat einen neuen Leitfaden „Altenpfleger werden“ herausgegeben. Diesen findest du hier.