< Die Altenpflege bleibt zumindest im Spiel
31.05.2017

Pflegeberufereformgesetz: Bündnis für Altenpflege fordert Anhörung

Altenpflegeausbildung steht erneut vor dem Aus


Berlin, 29. Mai 2017 – Nachdem in der Diskussion um das Pflegeberufereformgesetz endlich ein Kompromiss gefunden worden war, sehen aktuelle grundlegende Änderungsanträge des Gesundheits- und Familienministeriums nunmehr offenbar vor, die Altenpflegeausbildung doch abzuschaffen. „Das Altenpflegegesetz mit seinen eigenständigen inhaltlichen Regelungen soll außer Kraft treten, und in der Folge wird die Altenpflege zu einer Berufsbezeichnung ohne Inhalte verkommen“, so die düstere Prognose von Peter Dürrmann, Sprecher des Bündnisses für Altenpflege, der vor der Abstimmung im Bundestag dringend eine Anhörung fordert.

Dürrmann befürchtet zudem, dass nicht sichergestellt wird, dass Hauptschüler ihre dreijährige Ausbildung in gleichem Umfang wie bisher in der Altenpflege erfolgreich absolvieren können. „Die Ausbildungsinhalte werden bei der Zusammenlegung der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege deutlich komplizierter und kompakter. Können die Hauptschüler den hohen Anforderungen nicht folgen, haben sie nicht einmal eine Helferausbildung, sondern stehen unter Umständen ohne Abschluss da. Die fatalen Folgen für die Pflegebedürftigen in unserem Land sind unvorhersehbar“, erläutert Dürrmann, der seine Ausführungen um den Aspekt der mangelnden Durchlässigkeit zwischen den Ausbildungsschwerpunkten ergänzt: „Auszubildende, die sich für eine Vertiefung ,Altenpflege/Langzeitpflege‘ entscheiden, können nach zwei Jahren in die ,generalistische‘ Ausbildung wechseln; Auszubildende aus der ,generalistischen‘ Ausbildung aber nicht in die Vertiefung ,Altenpflege/Langzeitpflege‘.“

Das Bündnis für Altenpflege, ein Zusammenschluss von Berufs-, Schul- und Fach- sowie Leistungserbringerverbänden, vertritt inzwischen über 70 Prozent aller Altenpflegeeinrichtungen und Dienste in Deutschland. Aus Sicht des Bündnisses ist eine generalistische Ausbildung mit Blick auf die pflegerischen Herausforderungen der Zukunft fachlich der falsche Weg und wird den ohnehin schon vorhandenen Fachkräftemangel in der Altenpflege weiter befördern.