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24.11.2016

Pflegeberuf bei jungen Menschen in Bayern im Trend

bpa fordert positive Darstellung der Altenpflegeausbildung


„Ständig steigende Ausbildungszahlen in der bayerischen Pflege zeigen, wie attraktiv der Beruf für junge Menschen und Umschüler inzwischen geworden ist. Diesen Trend dürfen wir nicht kaputtreden.“ Der Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) Kai A. Kasri spricht sich für mehr Selbstbewusstsein in der Darstellung der Pflegeausbildung aus. „Wenn Ministerin Huml 28 Prozent mehr Ausbildungsverhältnisse seit 2009 verzeichnen kann, liegt es daran, dass der Pflegeberuf bei jungen Menschen in Bayern trotz vieler Alternativen im Trend liegt.“

Daran haben private Pflegedienste und Heime einen großen Anteil, rechnet Kasri vor. „Knapp 34 Prozent der Dienste und Einrichtungen in Bayern sind in privater Trägerschaft und sie stellen 35 Prozent der Ausbildungsplätze. Das zeigt, dass unsere Mitglieder ihre Verantwortung zur Förderung des Fachkräftenachwuchses ernst nehmen“, so der bpa-Landesvorsitzende. Um die ausbildenden Betriebe zu entlasten und die Kosten der Ausbildung auf alle Einrichtungen und Dienste zu verteilen, sei die Einführung einer Umlagefinanzierung sinnvoll.

Der positive Trend bei den Ausbildungszahlen habe sich allerdings bei den aktuell bestehenden Rahmenbedingungen entwickelt, betont Kasri. „Die Unternehmen wollen ausbilden und die jungen Menschen strömen in den Beruf. Jetzt heißt es, diese positive Entwicklung selbstbewusst darzustellen, um Interessenten wirklich für den Beruf zu begeistern.“

Kritik äußert der bpa in diesem Zusammenhang auch an der anhaltenden Diskussion um eine generalistische Pflegeausbildung, bei der Altenpflegefachkräfte, Kranken- und Kinderkrankenpflegefachkräfte zusammen lernen sollen. „Die Attraktivität der Altenpflegeausbildung steht angesichts der steigenden Zahlen außer Frage. Jetzt diesen eigenständigen Ausbildungsgang abzuschaffen, wäre ein fatales Signal“, sagt der Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle in München Joachim Görtz. „Wer wirklich etwas für weiter steigende Ausbildungszahlen und zukünftige Fachkräfte in der Altenpflege tun will, der muss die Generalistik und das Pflegeberufereformgesetz verhindern.“