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16.02.2017

Hört auf, die Altenpflege schlecht zu reden

Studie des Bundesinstitutes belegt: 74,4 Prozent bleiben dem Beruf treu


Die Gesundheits- und Pflegeberufe klagen zwar über Fachkräftemangel - doch wer den Beruf einmal gelernt hat, bleibt in vielen Fällen auch seinem Beruf treu. Das geht aus dem Report 3/2016 des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) hervor. Erwerbspersonen, die einen Pflege- oder Gesundheitsberuf erlernt haben, wechseln im Vergleich zu anderen Berufsfeldern deutlich seltener ihren Beruf. 2013 lag die Stayer-Quote* bei 74,4 Prozent. Dies ist im Vergleich mit der durchschnittlichen Stayer-Quote von etwa 46,7 Prozent vergleichsweise hoch. Nur in den Sicherheitsberufen (79,3 %), Gesundheitsberufen mit Approbation (83,8 %) und sozialen Berufen (76 %) war sie noch höher.

Zu diesen Zahlen erklärt bpa-Präsident Bernd Meurer:

„Erneut macht eine Studie des BiBB deutlich, dass Altenpflegerinnen und Altenpfleger ihrem Beruf treu bleiben. Der Mythos vom Ausstiegsberuf wird damit endgültig widerlegt. Das sollten nun auch die sogenannten Berufsverbandsvertreter, aber auch zahlreiche Gesundheitspolitiker zur Kenntnis nehmen und endlich aufhören, den Beruf ständig schlecht zu reden. Steigende Beschäftigungs- und Ausbildungszahlen sind ein Indiz für ein besseres Ansehen. Damit sollte man verantwortungsvoll umgehen und für die Altenpflege werben, statt sie zu beschädigen.“ 

*Stayer-Quote: Bei den Erwerbspersonen wird differenziert nach Erwerbspersonen im erlernten Beruf und Erwerbspersonen im ausgeübten Beruf. Aus der Differenz dieser beiden Werte wird die Stayer-Quote (also der Verbleib derjenigen, die auch im erlernten Beruf tatsächlich tätig sind) ermittelt.

Den BiBB-Report 3/2016 finden Sie hier.