< Hört auf, die Altenpflege schlecht zu reden
09.03.2017

Hamburg: Pflegebedürftige brauchen Profis bpa fordert im Gespräch mit CDU-Abgeordnetem Klimke den Erhalt der eigenständigen Altenpflegeausbildung


Hamburg (ots) - Nach einem Kurzpraktikum in der ambulanten Pflege betonte der CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Klimke die Bedeutung der professionellen Pflege: "Pflegekräfte sind nicht nur Dienstleister, sie sind persönliche Vertraute", sagte der Politiker, nachdem er eine Pflegetour bei "Garant", einem privaten Pflegedienst in Wandsbek, begleitet hatte. Die Stippvisite des Abgeordneten hatten der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) und der Bundesverband der Dienstleistungswirtschaft (BDWi) initiiert.

Bei dem anschließenden Gespräch mit den beiden "Garant"-Geschäftsführern und bpa-Vertretern war der Fachkräftemangel das zentrale Thema: "Steigende Ausbildungszahlen versprechen eine Entlastung in der Zukunft - aber nur, wenn die Politiker diese Entwicklung nicht selber wieder ausbremsen, indem sie das Erfolgsmodell der eigenständigen Altenpflegeausbildung ohne Not abschaffen", warnte die Hamburger bpa-Landesvorsitzende Karin Kaiser, die hinzufügte: "Die Pflegebedürftigen in Hamburg brauchen Fachkräfte, die gezielt auf den Umgang mit Alterserkrankungen vorbereitet wurden und die schon vor ihrem Abschluss umfangreiche praktische Erfahrungen sammeln konnten. Deshalb muss die eigenständige Ausbildung in der Altenpflege unbedingt erhalten bleiben." Darauf Bezug nehmend sagte Jürgen Klimke, seine Partei befinde sich in politischen Beratungen und versuche, einen Kompromiss in den Koalitionsfraktionen herbeizuführen.

Die Bundesregierung plant, die Ausbildungen zur Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflegefachkraft zusammenzulegen. Zahlreiche Pflegende, Pflegebedürftige und deren Angehörige setzen sich aus Sorge um Qualität und Professionalität gegen die Verflachung der Ausbildung ein, die die sogenannte Generalistik zwangsläufig zur Folge hätte. Die Landesregierung setzt sich über die eindeutigen aktuellen Voten der Pflegekräfte, wie sie die Studie der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen und die Befragung von Prognos im Auftrag eines Fachverlages ebenso wie die Befragung der Deutschen Krankenhausgesellschaft belegen, hinweg und fordert weiterhin vehement die Abschaffung der Alten- und Kinderkrankenpflege.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 9.500 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über 360 in Hamburg) die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 290.000 Arbeitsplätze und circa 22.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege ). Das investierte Kapital liegt bei etwa 23 Milliarden Euro.