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13.11.2017

Chancen im Pflegeberuf

Umfragen und Prognosen zeigen es immer wieder: Pflegefachkräfte werden händeringend gesucht.


Die Zahlen über die Beschäftigten in der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege in Deutschland gehen wild durcheinander. Das liegt unter anderem daran, dass die Statistiken zum Teil unterschiedliche Berufsbilder beschreiben. Außerdem gibt es keine zentrale Stelle, die die Zahlen erfasst. Eines jedoch ist sicher: Im Dezember 2015 waren knapp 2,9 Millionen Menschen pflegebedürftig und bekamen deshalb Leistungen von der Pflegeversicherung.

Neue Gesetzgebung

Nach Prognosen der Bundesregierung könnte die Zahl der Pflegebedürftigen bis 2060 auf 4,7 Millionen steigen. Damit wären sechs Prozent der Gesamtbevölkerung pflegebedürftig, ein doppelt so hoher Anteil wie heute. 73 Prozent der Empfänger von Pflegeleistungen wurden zu Hause versorgt. Einige von den eigenen Angehörigen und 692 000 auch durch ambulante Pflegedienste. 783 000 Bundesbürger wurden in Pflegeheimen vollstationär betreut. Vor dem Hintergrund der drei Pflegestärkungsgesetze ist gerade der Bereich der ambulanten Pflege in den vergangenen Jahren gewachsen. Durch den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff und die Einstufung in 5 Pflegegrade haben mehr Menschen Anspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung und sind somit auf qualifiziertes Personal für Pflege und Betreuung angewiesen.

Nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeit gibt es im Bereich der Altenpflege einen wachsenden Fachkräftemangel, der sich allerdings auf den Bereich der examinierten Fachkräfte konzentriert. Bernd Meurer, Präsident des Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) meint, dass die "Altenpflege eine der wenigen klassischen Branchen ist, in der trotz des digitalen Wandels noch sichere Jobs mit Zukunft entstehen. Die Altenpflege ist ein Verbleibsberuf und kein Ausstiegsberuf."

Sicherer Arbeitsplatz

Für Auszubildende in diesem Bereich bietet die derzeitige Situation also gute Chancen: Viele von ihnen können damit rechnen, direkt nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung vom Arbeitgeber übernommen zu werden. Auch das Risiko im Pflegeberuf arbeitslos zu werden, scheint angesichts der Pro gnosen gering zu sein. Vom Fachkräftemangel profitieren ebenso Pflegefachkräfte aus den sogenannten Drittstaaten. Falls ihre Berufsausbildung nicht ausreicht, um in Deutschland einen Engpassberuf im Pflegebereich anzutreten, können sie sich über Fortbildungen dazu qualifizieren. Alles Weitere finden Interessierte im Internet unter www. arbeitsagentur.de/fuermenschen- aus-dem-ausland.de

(Quelle:NWZ Göppinger Kreisnachrichten, Südwest Presse Nr.252/72 vom 02.11.2017, Seite 27)