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04.09.2015

bpa-Präsident: Der Jobmotor Altenpflege brummt

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Altenpflege: Hoher Jobzuwachs von + 4,3 Prozent innerhalb eines Jahres


Es liegen neue Zahlen zu den sozialversicherungspflichtig beschäftigten Menschen in der Altenpflege vor. Dabei handelt es sich um eine Stichtagserhebung zum 31.12.2014, die zum 15. Juli 2015 von der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht wurde. Am 31.12.2014 waren in der Altenpflege insgesamt 507.651 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Gegenüber den Zahlen des Vorjahres (31.12.2013: 486.558) ergibt dies ein Plus von 21.093 Beschäftigten und entspricht einer Steigerung um +4,3 %. „Der Jobmotor Altenpflege brummt“, sagt der Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa), Bernd Meurer. „Die Altenpflege beschäftigt eine halbe Million Menschen. Wir haben einen hohen Zuwachs an Beschäftigten von + 4,3 % innerhalb eines Jahres.“

Ebenfalls gestiegen sind die Zahlen der Fachkräfte von 263.492 am 31.12.2013 auf 274.630 am 31.12.2014. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 11.138  Beschäftigten (entspricht +4,2 %).

„Der Zuwachs hätte das Doppelte betragen können, gäbe es nicht einen erheblichen Fachkräftemangel. Es fehlen bis zu 50.000 Altenpflegekräfte“, kommentiert Meurer.

Besonders erfreulich: Die Zahl der Auszubildenden stieg von 49.917 am 31.12.2013 auf 52.920 am 31.12.2014. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 3.003 Auszubildenden und entspricht +6 %. „Das ist eine weitere Bestätigung für den Ausbildungsberuf Altenpflege“, sagt Meurer und warnt vor der von der Bundesregierung geplanten generalistischen Pflegeausbildung, bei der Altenpflege, Krankenpflege und Kinderkrankenpflege zu einer dreijährigen Basisqualifizierung zusammengeführt werden – obwohl nur rund 40 Prozent der Ausbildungsinhalte übereinstimmen.

„Die Altenpflege bietet dauerhafte und sichere Arbeitsplätze. Allerdings ist absehbar, dass die jetzt schon spürbare Personalnot weiter wachsen wird. Neben der Pflegereform brauchen wir dringend die klare politische Unterstützung, um auch in Zukunft die Pflege und Betreuung alter Menschen sichern zu können“, so der bpa-Präsident.