< Altenpflegeberuf muss bleiben: Eindringlicher Appell an Manuela Schwesig
10.06.2014

Bayerns Antwort auf die Demografie: Stärkung der Altenpflegeausbildung

Altenpflegeausbildung darf nicht abgeschafft, sondern muss ausgebaut werden


Zu Recht hat die bayerische Pflegeministerin Melanie Huml auf die erfolgreichen Maßnahmen und den daraus resultierenden deutlichen Anstieg bei den Berufsstartern in der Altenpflege hingewiesen. Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) war der Mitinitiator der Roadshow als Werbekampagne für den Altenpflegeberuf. Die Ausbildungszahlen sind von 2009 bis heute um 25 Prozent gestiegen. Dies ist eine wichtige Entwicklung, die nicht durch eine Abschaffung des Berufes zunichtegemacht werden darf. Die bayerische Landesgruppe des bpa warnt daher vor der geplanten generalistischen Pflegeausbildung, welche die Abschaffung der Altenpflegeausbildung zur Folge hat.

Der bpa und seine 1.000 Mitgliedsunternehmen haben sich in Bayern intensiv um mehr Auszubildende in der Altenpflege bemüht und stellen als einer der stärksten Partner in der Branche derzeit rund 1.200 Ausbildungsplätze. „Gemeinsam mit der Landespolitik und vielen weiteren Trägern haben wir erheblich mehr Altenpflegekräfte gewonnen“, erklärt der bayerische bpa-Landesvorsitzende Kai A. Kasri, der diesen Erfolg nun durch die Diskussion um eine generalistische Pflegeausbildung gefährdet sieht: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen eine hohe Wertschätzung und vor allem die klare Perspektive, dass ihr Beruf eigenständig erhalten bleibt. Die wachsende ältere Bevölkerung benötigt die Sicherheit, auch morgen von Altenpflegeexperten versorgt zu werden. Wir begrüßen daher ausdrücklich das Gesprächsangebot der bayerischen Staatsregierung und insbesondere der Pflegeministerin Huml, eine Arbeitsgruppe einzurichten und alles für den Gewinn von zusätzlichen Pflegekräften – gerade für die Altenpflege – zu tun.“

Bei einer generalistischen Pflegeausbildung würde die Altenpflege mit der Krankenpflege verschmelzen. „Darunter leidet die inhaltliche Tiefe in der Ausbildung, die Praxiserfahrung kommt abhanden, und Tausende von Ausbildungsplätzen in der Altenpflege gehen verloren. Wir brauchen mehr statt weniger Fachkräfte“, ist sich der Leiter der bpa-Landesgeschäftsstelle in München, Joachim Görtz, sicher. „Altenpflegefachkräfte sind als eigenständiger Zweig für die pflegerische Versorgung von über 300.000 Menschen in Bayern unverzichtbar. Sie sind die dringend benötigten Fachleute für die Pflege im Alter.“