< Nach Helferausbildung jetzt auch die Fachkräfte in der Altenpflege stärken
31.01.2017

Ausbildungstrend in der Pflege gefährdet

bpa fürchtet um Ausbildungskapazitäten in kleineren Betrieben, wenn Pflegeberufe zusammengelegt werden


Die Zahl der Auszubildenden in der Altenpflege ist in Bremen deutlich gestiegen, von 2014 bis 2016 um 43 % von im ersten Ausbildungsjahr. Auch das Land hat die Zahl der geförderten Schulplätze deutlich erhöht. Der positive Trend steigender Ausbildungszahlen wird allerdings durch die unsachliche Diskussion um eine Abschaffung der eigenständigen Pflegeausbildung gefährdet. Davor warnt die Bremer Landesgruppe des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa). „Der Berufszugang wird deutlich erschwert, Hauptschüler werden zu Hilfskräften degradiert und stehen als Fachkraft nicht mehr zur Verfügung. Zudem sollen die Praxisanteile der Auszubildenden halbiert und in drei Jahren sollen drei Berufe erlernt werden“, so der Bremer bpa-Landesvorsitzende Sven Beyer, dessen Verband viele mittelständische Pflegeunternehmen vertritt.

Die Befürworter einer zusammengelegten Ausbildung von Krankenpflege-, Kinderkrankenpflege und Altenpflegefachkräften hantierten mit falschen Versprechungen und brächten jede Kritik an diesem Plan in Misskredit, indem sie behaupteten, die Gehälter in der Altenpflege würden durch eine Abschaffung der eigenständigen Ausbildung steigen. „Die Generalistische Pflegeausbildung hat mit dem Gehaltsgefüge in der Altenpflege nichts zu tun. Fachkräfte sind so begehrt, dass wir sie schon jetzt so gut bezahlen, wie es im System der Pflegeversicherung überhaupt möglich ist“, so Beyer. An diesem Finanzierungssystem ändere sich aber durch die Zusammenlegung der Pflegeberufe nichts. Zudem behauptet die Bundesregierung, das Thema mit dem dritten Pflegestärkungsgesetz gelöst zu haben.

Die  Generalistik stößt auf eine breite sachlich begründete Ablehnung von Verbänden der Altenpflege, der Kinderkrankenpflege, Berufsverbänden, dem Bundesverband der kommunalen Pflegeeinrichtungen, etlichen Wohlfahrtsverbänden und der ganz überwiegenden Anzahl der  Ausbildungsstätten der Altenpflege sowie weiteren Fachverbänden. „Die Betroffenen sind dagegen, weil sie den Fortbestand ihres Berufes und ein Absinken des fachlichen Niveaus befürchten. Gleichzeitig drohen Ausbildungsplätze verloren zu gehen, obwohl der Altenpflegeberuf so attraktiv ist wie nie zuvor“ so Beyer abschließend.