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16.07.2014

Auch ein Vorstand lernt nie aus!


Nachdem das Projekt „Soziales Lernen“ in den letzten Jahren zum festen Bestandteil der Ausbildung bei der Volksbank Nordschwarzwald eG geworden ist, haben sich auch die Bankvorstände dazu entschieden, an dem Projekt aktiv teilzunehmen. Während eines jeweils zweitägigen Sozialpraktikums hatten Wolfgang Frey und Christian Radde Gelegenheit, sich ein Bild von der täglichen Arbeit in der Altenpflege zu machen.

Im Seniorenstift „AM KURGARTEN“ in Pfalzgrafenweiler tauschten die Vorstände Anzug und Krawatte für zwei Tage gegen einen sogenannten Kasack, der Arbeitskleidung der Pflegekräfte. Das Seniorenstift, ein Alten- und Pflegeheim mit 70 Betten, bildet ein Kommunikations- und Kompetenzzentrum für Senioren und Gesundheit. Neben der Langzeit-, Kurzzeit- und Tagespflege umfasst das Leistungsangebot u. a. einen Dementenbereich mit individueller Betreuung.

Anstatt jedoch ein bisschen zu plaudern und den Pflegekräften bei der Arbeit zuzusehen, mussten Wolfgang Frey und Christian Radde sofort mit anpacken. Auf dem Dienstplan standen neben der Unterstützung bei alltäglichen Dingen wie der Körperpflege, Verköstigung oder der Hausarbeit z. B. auch Gesellschaftsspiele. Zudem hörten die Heimbewohner gerne die aktuellen Meldungen aus der Tageszeitung. Beim Vorlesen wurde Christian Radde schnell bewusst, wie wenig es manchmal braucht, um den Senioren eine Freude zu machen und dass ein ehrenamtliches Engagement im Altersheim eine tolle und sinnvolle Freizeitbeschäftigung sein könnte.

Gleichzeitig nötigte die tägliche Arbeit des Pflegepersonals den beiden Vorständen höchste Anerkennung ab.
Als besonders erwähnenswert empfand Vorstandssprecher Wolfgang Frey die Geduld und Fürsorge, mit der die Mitarbeiter auf die Probleme und Bedürfnisse der Heimbewohner eingehen. Er fühlte sich durch das Praktikum mit einer Lebenssituation konfrontiert, die man üblicherweise gerne verdrängt. „Ich halte es für wichtig, dass wir uns damit frühzeitig intensiv auseinandersetzen“, so Frey.
Auch Christian Radde empfand den Blick „hinter die Kulissen“ als persönliche Bereicherung und bezeichnete die Altenpflege als eine überaus bedeutende gesellschaftspolitische Aufgabe. Nachdem sein Bild von der Altenpflege bisher viel durch die Medien beeinflusst war, resümierte er nun: „Es ist ein Beruf, bei dem Menschen 24 Stunden am Tag im Dienst für andere Menschen stehen und ich finde, dass dieser knochenharte Job mehr Anerkennung in der Bevölkerung verdient.“

Schließlich konnten die beiden auch für ihre tägliche Arbeit bei der Bank wertvolle Erkenntnisse mitnehmen. Für Wolfgang Frey waren es die persönliche Wertschätzung und notwendige Geduld der Pflegekräfte, die ihn beeindruckt haben und auf die er in seinem Alltag verstärkt Wert legen möchte. Christian Radde stellte den demographischen Wandel in den Vordergrund: Diesem Thema müsse in der Bankberatung Rechnung getragen werden, da das Alter für viele Geschäftsbereiche in Zukunft ein zunehmend wichtigeres Thema werden würde.
In der Rückschau würden die beiden Vorstände ein solches Sozialpraktikum jederzeit weiterempfehlen.